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Okt 302011
 

Nun habe ich mich doch entschlossen einen Beitrag zu diesem brisanten Thema zu machen.

 

Es geht um die Firma Electronic Arts  (= EA) und der Software Origin. Dieses Produkt ist zum einen ein Onlineshop fĂŒr digitale GĂŒter (in diesem Fall Spiele und zugehörende Erweiterungen) und zum anderen eine Rechteverwaltung (= DRM). Der Zweck dahinter ist der Schutz gegen Raubkopierer und gegen den Weiterverkauf. Der digitale Erwerb kann dann nur auf den berechtigten Computer verwendet werden. Damit tritt es in direkter Konkurrenz zu Valve Steam. Ein vergleichbares Produkt, das genau das gleiche macht.

Das Thema ist aktuell besonders in den Medien weil es Voraussetzung fĂŒr ein kĂŒrzlich erschienes Spiel ist: Battlefield 3. An sich ein Highlight fĂŒr 2011, wenn da nicht eine MitlĂ€ufer wĂ€re.

Gleich beim Start der Installation wird Origin verlangt. Dieses befindet sich nicht auf den DVDs. Sobald Origin installiert und eingerichtet wurde startet das kopieren der eigentlichen Spieldaten (rund 13 GB) von den beiden DVDs.

 

eine Frage des Preises

Je nach Preis fĂŒr digitale GĂŒter an sich nichts verwerfliches und hat wohl ebenso seine Vorteile (z.B. automatische Aktualisierung des Spiels). Besonders Steam lockt immer wieder mit sehr gĂŒnstigen Preisen bei bestimmten Aktionen (wie z.B.  zu Weihnachten). Dann können sehr gute Spiele statt 50,- Euro auch mal 20,- oder gar 5 Euro kosten. Es muss jeder selbst entscheiden fĂŒr welche Leistung und Funktionen  welcher Kaufpreis fĂ€llig wird. Gemeint wird hier also Preisabzug gegenĂŒber DRM freier Software.

Onlinezwang – 8,- Euro
kein gedrucktes Handbuch – 8,- Euro
kein Wiederverkauf – 5,- Euro
*weitere Punkte einfĂŒgen* *weiterer Preisabzug*
Summe – 21,- Euro

 

Gute Preisaktionen findet man bei Origin nicht wirklich. Ich konnte Produkte finden, die zeitlich veraltet deutlich teurer als am Markt verkauft werden. In Origin wird ein Produkt A (Vermerk: verbilligt?) statt mit 50,- Euro um 30,- Euro verkauft. Im Handel (also es reicht wirklich ein GeschĂ€ft ums Eck
) ist das gleiche Produkt um 15,- Euro zu finden. Bei Steam war es wĂ€hrend einer Aktion zumindest fĂŒr ein paar Tage fĂŒr 8,- Euro zu haben.

Man könnte natĂŒrlich diskutieren, dass digitale GĂŒter zeitlich nicht altern. Aber der Inhalt – in diesem Fall das Spiel macht das sehr wohl. Neben dem offensichtlichem wie Grafik natĂŒrlich das Gameplay bzw. die Spielmechanik. Aber das Geschehen selbst verliert mit der Zeit seinen Reiz und Nachfolgeprodukte erscheinen.

Meist bei solchen Diskussionen wird aber die fortschreitente Entwicklung von Voraussetzungen vergessen. Dazu zĂ€hlt das Betriebssystem und die Hardware. Schon ein Sicherheitsupdate und das Spiel lĂ€uft nicht mehr. Neuer Computer mit neuem Betriebssystem – tja Pech gehabt, wird nicht mehr unterstĂŒtzt. Grafikkartentreiber aktualisiert und schon hat man mit Fehlern im Spiel zu kĂ€mpfen.

Wenn ein Spiel nicht (oder zumindest langsamer) altern soll, dann muss es vom Entwickler UND Publisher langjĂ€hrig gepflegt werden. Dazu gehört neben Updates (Fehlerbereinigung, neue Funktionen, bessere KompatibilitĂ€t) ebenso die Community. Mit Sicherheit eine Kostenfrage fĂŒr den Entwickler bzw. Publisher.

 

der Wissensdurscht

Nebenbei der Preis ist nicht der gravierendste Unterschied. In Origin ist eine Spionagefunktion (= Spyware) eingebaut.  Das Programm durchsucht die Festplatte und ĂŒbermittelt entsprechende Daten immer wieder zu EA. Nach meinen Recherchen aber nicht unter allen Pfaden.

 

Eine Vorliebe hat das Programm fĂŒr installierte Software. Somit alles was sich unter "C:\Programme" bzw. "C:\Programme (x86)" befindet. Ebenso werden entsprechende Stellen (z.B. wo alle installierte Programme und Spiele aufgefĂŒhrt sind) in der Registrierung durchsucht. Gut, das machen bzw. machten auch schon andere


Daneben wird aber ebenso ein allgemeiner Ordner fĂŒr Einstellungen durchsucht. In diesem Fall "C:\ProgramData", der standardmĂ€ĂŸig versteckt ist. Darunter speichern Anwendungen und Spiele allgemeine Daten fĂŒr alle Benutzer eines Computers. An sich sollten dort keine persönlichen Daten abgespeichert werden. Manche Programme speichern aber z.B. neben Vorlagen ebenso Sicherungen. Damit können persönliche Daten von Origin erfasst werden.

Auf Youtube sind bereits Videos ersichtlich, wo Origin die Daten von kritischen Daten wie z.B. die SteuererklÀrung erfasst. Daneben z.B. gezielt bereits vor der Installation von Origin gezielt nach anderen Produkten (in diesem Fall Steam) sucht.

Also der Fall mit der SteuererklĂ€rung zeigt aber nur dass der Ordner und nicht der Inhalt erfasst wird. Das mit Steam habe ich bei mir nicht geprĂŒft.

Zugriffe auf definitiv private Daten unter Eigenen Dateien konnte ich bisher nicht feststellen. Ebenso sind Daten auf Netzwerklaufwerke ohne Bedeutung. Nebenbei ist unklar was EA nach dem Zugriff auf diese Daten schlussendlich zu sich selbst ĂŒbermittelt.

 

Konsequenzen

Was auch immer gelesen und ĂŒbermittelt wird. Das Unternehmen verstĂ¶ĂŸt mit der EULA gegen gĂŒltige Gesetze in Europa. Nur blöd, dass das Unternehmen den Hauptsitz in den USA hat. Da sind strafrechtliche Konsequenzen zwar nicht unmöglich, aber mit Sicherheit schwieriger. Zumindest hat man das zwingende Recht auf RĂŒckgabe, dass auch sehr gut funktioniert und anstandslos  beim HĂ€ndler durchgefĂŒhrt werden kann.

Aufgrund des Drucks durch die Community (also der potentiellen KĂ€ufer) wird zumindest schrittweise immer wieder die EULA entschĂ€rft. Eine Änderung bei Origin ist aber noch nicht geschehen. Die Lizenzbedingungen sind schön und gut, aber wichtiger wĂ€re wohl eine Anpassung bei dem ÜbeltĂ€ter selbst. Die Zeit wird zeigen wohin der Weg geht.

 

Lesenwertes und EigenprĂŒfung

Das Magazin GameStar hat auf der zugehörenden Webseite unter Special: Analyse zur EULA von EA Origin einen interessanten Artikel verfasst. Daneben gibt es unter TheOrigin.de eine gute Zusammenfassung ĂŒber die aktuelle Situation.

Die notwendige Software fĂŒr eigene Analyse, was EA Origin auf der Festplatte macht, ist im Microsoft Technet bei den Windows Sysinternals unter Process Monitor zu finden. Der Process Monitor kann heruntergeladen und installiert werden. Alternativ kann man diesen ebenso direkt aus dem Internet starten: Starte Process Monitor von live.sysinternals.com

 

Update 03.11.2011:

Bei dem Onlineauftritt des Magazins PC-Games gibt es einen sehr interessanten Artikel Battlefield 3: Origin und der Datenschutz – Analyse der angeblichen Spyware, neues Statement von EA und EULA-Änderungen. Darin werden zu vielen Punkten Argumente und Gegenargumente geliefert. Dabei wurden ebenso Daten von jemanden, der Origin genauer analysiert hat veröffentlicht. Diese Person soll der illegalen Szene angehören und trotzdem bestĂ€tigt dieser in vielen Teilen die Aussage von EA.

Meine eigenen Analysen haben gezeigt, dass Origin nie auf Eigene Dateien oder Àhnliche persönliche Ordner zugreift. Nebenbei wird wie bereits erwÀhnt der Ordner "C:\ProgramData" gescannt (ohne scheinbar Inhalt einzulesen).

Definitiv Inhalt gelesen und geschrieben wird in Origin-Pfaden (einer unter "C:\ProgramData" und im Installationspfad von Origin). Eigentlich völlig normal.

 

Update 23.11.2011:

Bei dem EA Origin Client hat es mittlerweile eine Aktualisierung gegeben. Aber laut den angegebenen Neuerungen (zu finden im Origin Client) scheint es keine konkreten Änderungen im Bezug auf den Spyware-Vorwurf gegeben zu haben.

Mittlerweile habe ich auch unter "c’t" spricht Origin frei einen sehr interessanten Artikel gefunden, der den Origin Client völlig von allen VorwĂŒrfen freispricht. War es zu viel Aufregung fĂŒr nichts? Naja, zumindest ein komischer Beigeschmack bleibt sicher, denn die Lizenzbedienungen hatten in den ersten Versionen dem Programm schreckliches zugesprochen.

 

Update 14.12.2011:

Mittlerweile gab es den "Runden Tisch", an dem Vertreter von Spielervereinigungen, Battlefield-Fanseiten sowie ein Journalist auf hochrangige ReprĂ€sentanten des Publishers zusammengetroffen sind. Einen Livestream oder Aufzeichnung hat es nicht gegeben. DafĂŒr gibt es mittlerweile einige Berichte im Internet:

Zwar waren dort nach meinem Wissen ausschließlich Personen aus Deutschland, aber möglich kommende Ergebnisse werden wohl auch einen Einfluss auf Österreich haben. Und diesbezĂŒglich wurde sehr wichtige Themen angesprochen. Die Zukunft wird zeigen wohin EA geht


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