Jul 312016
 

Bereits vor einiger Zeit musste der Onboard-Sound einer dedizierten Soundkarte weichen. Zwar gibt es mitunter schon recht gute Onboard-Soundkarten, aber irgendwann geht beinahe jeder Onboard-Soundkarte bei entsprechender Audioanlage die Leistung aus. So war die ein und selbe Surround-Anlage – eine Teufel Concept E Magnum 5.1 Power Edition – bei zwei verschiedenen Computern angeschlossen. Bei einem gab es deftige Audioausgabe mit kräftigen Bässen und klarem Klang. Beim anderen ist die Audiodynamik schnell in Grenzbereiche gelangt ohne dass die Surround-Anlage warm gelaufen ist.

creative_soundblaster_z Technische Daten

  • 24-Bit-Analog / Digital Wandler (bis zu 96 kHz)
  • Abtastraten für 16- bis 24-Bit-Aufnahmen: 8/11,025/16/22,05/24/32/44,1/48 und 96 kHz
  • Rauschabstand 116 dB

Anschlüsse an der Rückseite

  • Mikrofon Eingang: 3,5 mm
  • Kopfhörer: 1 x 3,5 mm
  • Lautsprecherausgang: 3 x 3,5 mm
  • Optischer Ausgang: TOSLINK
  • Optischer Eingang: TOSLINK

Interne Anschlüsse

  • Intel HDA Audioanschluss für Front Panel

Unterstützte Lautsprecher

  • Stereo-/2.1-Lautsprecher
  • 5.1-Lautsprecher
  • Kopfhörer

Schnittstelle

  • PCI Express 1x

Klar und eindeutig die schwächste Komponente ist in diesem Fall die Onboard-Soundkarte gewesen. Damit musste nach etwas Frust eine entsprechend bessere angeschafft werden. In diesem Fall die kleinste Ausbaustufe der aktuellen Sound Blaster Generation von Creative: die Sound Blaster Z (Retail).

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Beim Öffnen der Schachtel ist neben der Soundkarte mit PCIe x1 Schnittstelle ein Mikrofon, ein Quick Start Heft und Treiber-CD enthalten. Alles im allen sehr minimalistisch. Aber gut, es geht mir sowieso um die innere Leistung. Der Soundprozessor hört bei dieser Generation auf die Bezeichnung „Sound Core3D“ und beinhaltet wieder zahlreiche Funktionen von EAX Advanced HD 5.0, THX TruStudio Pro Crystalizer, THX TruStudio Pro Smart Volume, THX TruStudio Pro Dialog Plus oder THX TruStudio Pro Bass.

Die Hardwarebeschleunigung – eine Grundfunktion dedizierte Soundkarten aus vergangenen Tagen – wurde seit der Überarbeitung von DirectX ab Windows Vista in Direct Sound entfernt. So kann EAX nur mehr mit Titeln genutzt werden, die OpenAL verwenden. Eigentlich hatte es Gerüchte gegeben mit Windows 8 kommt die Audiobeschleunigung zurück, aber davon konnte ich leider nichts bemerken. Ich habe zwar kurz danach recherchiert, aber es scheint selbst mit Windows 10 ist weiterhin keine derartige Funktion integriert worden. Damit ist weiterhin Creative ALchemy notwendig um EAX in alten Titel zu erhalten.

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Der Einbau ist schnell erledigt und die Software ebenso schnell installiert. Selbst ohne Verwendung der inkludierten CD erhält man mittlerweile den aktuellsten Treiber via Microsoft Update zur Verfügung gestellt. Nach dem Neustart findet man ein neues Icon im Systray. Mit Doppelklick gelangt man zur Steuerung.

Tipp: Vor dem verlangten Neustart die Creative Registrierung aus dem Autostart geben – diese kann lästig werden. Am einfachsten geht das indem man unter „C:\Program Files (x86)\Creative“ den Ordner „Registrierung“ umbenennt. Der Eintrag aus dem Autostart verschwindet automatisch nach dem nächsten Neustart. Bei gewünschter Registrierung bei Creative kann die Anwendung im umbenannten „Registrierung“-Ordner manuell gestartet werden.

 

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Abgesehen davon dass statt blau nun rot als Grundfarbe für Markierungen genutzt wird, ist die Software im Aufbau sehr ähnlich zur Sound Blaster Recon3D (siehe Kurztest der Creative Sound Blaster Recon3D). Damit sehr vergleichbar bei allen Funktionen.

  • EAX steht für Environmental Audio Extensions und ist leider nicht mehr das was es früher einmal war. War das Logo noch vermarktungstechnisch auf jeder Spieleverpackung angebracht, so ist davon heute nichts mehr zu sehen. Soweit ich weiß, wurden Bestandteile direkt in DirectX integriert. Womöglich ist EAX selbst bei aktuellen Titeln noch immer bemerkbar. Im Falle von Diablo 3 hatte ich einen eindeutigen Qualitätsunterschied bemerkt. Aber wie weit das mit EAX zu tun hat… – Sobald ein Computerspiel OpenAL anstatt DirectSound verwendet ist EAX sehr wohl heute noch möglich.
  • THX TruStudio Pro Crystalizer soll den Dynamikumfang von komprimierten Audiodateien zurück bringen. Bei MP3 kann je nach Qualitätsstufe eine Verbesserung bemerkt werden.
  • THX TruStudio Pro Smart Volume soll bei stark wechselnden Lautstärken einen Abgleich bringen um diesen Wechsel etwas abzuschwächen. Mmmh, ich habs abgeschaltet. Ansonsten greift die Software zu stark ein und regelt zwischen leisen und lauten Passagen willkürlich hin und her. Ist nicht nur bei Filmen unangebracht.
  • THX TruStudio Pro Dialog Plus soll Sprachkommunikation verbessern und klareren Klang erzeugen um besser gehört zu werden. Je nach Nutzung kann es vielleicht helfen. Man sollte aber nicht zu viel erwarten.
  • THX TruStudio Pro Bass verstärkt tiefere Frequenzen und teilt dies je nach Anlage entsprechend auf. Hochtöner erhalten nur hohe Frequenzen. Die gesamten Tieftöne werden gesammelt zum Subwoofer übertragen. Eine Funktion die recht gut bemerkbar ist.

Die einzige Neuerung gegenüber der Recon3D findet sich beim Menüpunkt „Kino“. Als Encoder steht nun nicht nur Dolby Digital Live, sondern ebenfalls dts Neo:PC zur Verfügung. Sollte die Surround-Anlage digital verbunden sein, dann kann nun zwischen den zwei führenden Technologien gewählt werden. Beim Anschluss via 3,5″ Klinkenkabel macht dies keinen Unterschied.

 

Fazit

Die Creative Sound Blaster Z zeigt ein gutes Gesamtbild. Die kleine Bauweise ist gut verträglich für kleine Gehäuse. Die entrümpelte Konfigurationsoberfläche ist seit der letzten Generation weiterhin gut gelungen. Startet schnell und alle Funktionen werden übersichtlich dargestellt. Der Treiber scheint für einen stabilen Betrieb zu sorgen.

Das EAX Zeitalter ist wohl endgültig Vergangenheit. Zwar konnte ich bei aktuelleren Titel sehr wohl Qualitätsunterschiede in Form von korrekteren Audioberechnungen und erhöhter Audiovielfalt feststellen. Mir ist aber unbekannt wie weit dies mit EAX zu tun hat. Diablo 3 läuft mit maximalen Audiokanälen. Da konnte ich mit Onboard-Soundkarte gerade 32 verwenden ohne starke Leistungseinbrüche zu erhalten. Nun sind es 128 Kanäle. Da erhält man klarerweise bessere Audiovielfalt. Ist damit aber nicht das einzige Spiel, wo man den Unterschied hört. Aber es ist eines der wenigen mit guten Audioeinstellungen. Jedenfalls einige  weitere lauten Borderlands 2, Anno 1404 Venedig oder Team Fortress 2. Grundlegend ist bei keinem Spiel negative Entwicklungen bemerkbar gewesen. Für mich persönlich hat sich der Kauf ausgezahlt.

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