Aug 212016
 

Eine Diagonale von 34″ mit einer Auflösung von 3440 x 1440 bei einem AH-IPS Panel sind die Zutaten für das nachfolgende Produkt, dem Dell UltraSharp U3415W.

dell_ultrasharp_u3415w

Bei Computer ist Stand der Technik für LCD-Monitore ein Bildschirmformat von 16:9 und die Bildschirmauflösung von 1920 x 1080 bzw. als „FullHD“ bezeichet. Bei der Bildschirmdiagonale ist es nicht ganz so eindeutig, aber es sollte etwa zwischen 21″ und 25″ liegen. Ein ganz anderes Kaliber sind jedoch Monitore mit 21:9, die seit einiger Zeit vermehrt auf den Markt gelangen. Dabei sogar aufgrund der enormen Breite mit einem gebogenem Bildschirm – auch als Curved bezeichnet. Dies soll der menschlichen Wahrnehmung dienen, da das Gesichtsfeld in der horizontalen bis zu 180° betragen kann.

Mit heutigem Stand sind am Markt etwa 23 Modelle verfügbar. Schon seit 2014 mit der Verfügbarkeit des ersten Gerätes habe ich diesen Markt genauer beobachtet. Eigentlich muss man sagen, es hat sich in diesem Bereich nur langsam etwas ergeben. Erst 2016 ist die Produktvielfalt höher geworden und der Preis langsam gesunken. Trotzdem ist die Leistung bei manchen Geräten zweifelhaft. Die neue Technologie besonders mit dem gebogenem Bildschirm schafft ganz eigene Probleme. Dazu aber später mehr.

 

Die zwei Fragen…

Mir ist es um zwei Angelegenheiten gegangen. Zuerst kann man mit einem 21:9 Monitor den Betrieb von zwei 16:9 Monitoren ersetzen? Wie wirkt sich die breitere Bildschirmfläche für alltägliche Arbeiten im Büro oder zu Hause aus. Schlussendlich gehört ebenfalls die Frage mit der Unterstützung im PC-Spielbereich hinzu.

 

Etwa zur Sommermitte 2016 habe ich mir ein solches Gerät besorgt. Genauer war es schlussendlich eine Entscheidung zwischen zwei Herstellern, wo die Geräte durchaus unterschiedliche Produkteigenschaften besitzen. In meinem Fall war durchaus der für diese Geräteklasse geringe Preis ein Ausschlagpunkt. Daneben die Tatsache, dass in dem Monitor ein KVM-Switch für den Anschluss von zwei Computern integriert ist. Mit dem KVM-Switch kann eine Tastatur, eine Maus und weitere USB 3.0-Geräte zwischen zwei Computern geteilt werden. Als Videoeingänge stehen HDMI 2.0, MHL, Displayport 1.2 und Mini-Displayport zur Verfügung. Damit war die Entscheidung für den Dell UltraSharp U3415W getroffen.

 

Die Lieferung kommt…

Die Schachtel für den LCD-Monitor mit 523,7 mm Höhe, 824,7 mm Breite und 216 mm Tiefe ist nicht gerade klein. Dazu wiegt das Gerät 8,44 kg. Mit der Verpackung knapp 17,5 kg. Eigentlich eher wenig für ein solch großes Display. Ich muss zugeben, die Verpackung war eine kleine erste Herausforderung, da ein gebogenes Display durchaus einige Hürden mitbringt wenn man Transportschäden vermeiden möchte. Dies war sehr deutlich bei den vielen Kartonverstrebungen und Schaumstoffeinlagen erkennbar.

dell_ultrasharp_u3415w_anschluss

Der Platzbedarf am Schreibtisch ist durchaus beachtlich. Die Verkabelung etwas umfangreicher, aber schnell erledigt. Alle getesteten Computer von Windows 7 bis Windows 10 haben soweit kein Problem das Gerät zu erkennen und entsprechend anzusteuern. Die Auflösung wirkt nämlich für diese Größe nicht zu klein. Damit muss man keine Größe von Texten, Apps oder anderen Elementen anpassen. Das ist mitunter bei kleinen Bildschirmen mit hohen Auflösungen (Stichwort Retina-Display) ein kleines Problem. Kommen aber bislang vorwiegend bei mobilen Geräten (Smartphones, Tablet, Notebook) vor.

 

Die Inbetriebnahme…

Der erste Start zeigt gleich vorweg ein ausreichend scharfes Bild mit einer wirklich breiten Fläche für zahlreiche Programme. Rein zum Arbeiten hat der Bildschirm im Verlauf der Zeit zwei kleine Nachteile hervorgebracht. Die Krümmung ist für mich persönlich noch etwas zu gering. Wirklich störend ist diese Tatsache aber nicht. Der Hauptnutzbereich liegt klar mittig vom Gerät und außen am Rand sind sekundäre Programme angeordnet.

 

Eher ein richtiger Nachteil hat weniger mit dem Monitor selbst zu tun. Die Anordnung von Fenstern ist bei zwei Monitoren simpler gestrickt als hier mit einem Monitor. Zwar ist die Fläche wirklich ausreichend um zwei Monitore zu ersetzen. Der Wegfall des Randes ist dann klar ein Vorteil, wenn man mit einem Fenster den gesamten Monitor nutzt. Dies ist im Büroalltag aber weniger der Fall. Da geht es meinst um mehrere Fenster zur gleichen Zeit. Hier haben zwei Monitore leichte Vorteile in der Handhabung, da dabei seit Windows Vista via Windows-Funktion ein Fenster leicht mittig vom Bildschirm geteilt werden kann. Dies wird zwar auch hier erkannt – genauer statt zwei sind es vier Erkennungspunkte, aber weit weniger ideal in der Anordnung. Es wäre besser wenn man den Monitor dreiteilen würde und somit sechs Erkennungspunkte hätte.

 

Für diesen Zweck gibt es zahlreiche alternative Software, wie der beigelegte Dell Display Manager. Alternativ habe ich ebenso die kostenpflichtige Software Display Fusion probiert (alle Funktionen freigeschaltet). Allein von den Funktionen her ist Display Fusion klar dem Dell Display Manager überlegen. Jedoch funktionieren sehr viele Funktionen von Display Fusion nur mit zwei oder mehreren Monitoren bzw. ergeben erst damit einen Sinn.

Übrig bleibt in diesem Fall eine Funktion mit welcher der Bildschirm unterteilt werden kann. Dies bewerkstelligen beide eigentlich gut. Trotzdem komme ich nicht so richtig damit klar. Nach jeweils einigen Tagen wurden beide wieder deaktiviert. Der Nachteil bei beiden: sobald die Unterteilung eines der Programme aktiv ist, kann keine manuelle Fenstergröße gewählt werden. Dazu wird die Windowsfunktion deaktiviert. Es müssen damit immer alle Fenster entsprechend angeordnet werden. Nicht so richtig meines.

Zwar könnte man bei Display Fusion via Profile diese Unterteilung durchwechseln – zurecht gekommen bin ich damit aber genauso wenig. Es bleibt somit vorerst ohne beider Programme. Eine Unterteilung mittels Software in zwei virtuelle Monitore und Verwendung der Windowsfunktion ist mir nicht gelungen.

 

Vollbildfenster und Vollbildanwendungen…

Wie erwähnt sind maximierte Fenster eine ideale Nutzungsmöglichkeit. Kommen im Büroalltag wie ebenso erwähnt nur selten vor. Wo das sehr viel häufiger vorkommt ist bei PC-Spiele. Und hier habe ich mehrere ausprobiert. Dabei aber auch schnell zwei weitere Nachteile entdeckt.

Spiele die mit 21:9 nicht zurecht kommen und Vollflächig angezeigt werden, werden grauslich verzehrt. Keine große Sache, da man sowohl via Grafikkarte oder via Monitor die Skalierung entsprechend aktivieren bzw. anpassen kann. Aktuell lasse ich dies über den Monitor steuern und damit erhalte ich auch bei 16:9 passende Darstellungen wo links und rechts ein schwarzer Bereich bleibt.

dell_ultrasharp_u3415w_lichthoefe

Somit keine große Sache, oder? In Wahrheit kommt dann ein anderes Problem zum Vorschein. Eigentlich jeder 21:9 Monitor leidet aufgrund der gleichen Technologie mehr oder weniger stark an Lichthöfe. Damit wird das durchleuchten der Hintergrundbeleuchtung bei schwarzem Hintergrund bezeichnet. Kann je nach Typ und vor allem Monitoreinstellung sehr gut sichtbar sein und damit vor allem störend wirken. Nach meiner Recherche nach hat dies mit der Krümmung zu tun. Je größer, desto stärker scheint dieser Effekt zu wirken.

Wie im obigen Bild zu sehen habe ich eine sehr hohe Helligkeit gewählt und damit den Effekt überstark hervorgebracht. Immer beim Wechsel auf 16:9 kommt dieser Effekt zum Vorschein und erhellt das Bild unnatürlich bzw. die Umgebung, wenn es im Raum finster ist.

Selbst bei Spielen, die 21:9 in den Einstellungen anbieten, kommt es während dem Spielen zum Wechseln auf 16:9 und zwar bei vorgerenderten Videos oder Logos. Diese sind sehr oft nur im an sich bislang üblichen 16:9 Format vorhanden.

Man kann den Effekt zwar via Monitoreinstellungen minimieren. So richtig verschwinden tut dieser aber leider nicht.

 

Als ideale Spielkategorie, sofern 21:9 verfügbar, haben sich zwei Kategorien herausgestellt: Rennspiele & Spiele in der Egoansicht. Dazu zählt unter anderem Borderlands 2. Ein besseres Mittendrinn-Gefühl kann man nicht erzeugen. Der breite Bildschirm liefert nicht nur mehr Inhalt um die Umgebung schneller erkennen zu können, sondern wirkt mit dem menschlichen horizontalen Gesichtsfeld für ein besseres Spielerlebnis.

Bei anderen Spielen aus dem Strategiebereich, wie z.B. Civilization V oder Rollenspielbereich, wie z.B. Diablo 3 erhält man zwar ebenso ein größeres Spielfeld. Wirklich entscheidend ist es da nicht.

Spiele, die vielleicht wieder mehr Vorteile aus 21:9 ziehen können, sind Sportspiele (Fußball, Basketball, etc.), da man ein breites Spielfeld auf einmal sehen kann oder Spiele mit vertikalem Split Screen (z.B. Jump-’n’-Run). Auf den Computer ist letzterer Bereich aber selten geworden. Sportspiele konnte ich persönlich nicht ausprobieren.

 

Mein Fazit

Persönlich bin ich bei gut passenden Spielen von 21:9 begeistert. Jedoch sind diese nach wie vor selten – zumindest wenn man volle Unterstützung (Stichwort: 16:9 Videos) verlangt. Im Büroalltag macht der Monitor ebenso eine gute Figur – leidet aber auch dort mit fehlender Unterstützung (Stichwort: Fensterunterteilung).

Alles in allem hat der Dell UltraSharp U3415W sehr gute Allround-Werte (Farbe, Helligkeit, Verzögerung) und reicht sowohl für schnelle Spiele, wie auch für Bildbearbeitungen. Klar gibt es je nach Verwendungszweck für jeden Bereich besser angepasste Geräte. Diesen haben aber dann oft in anderen Bereichen absolute Nachteile, wie auch bedeutend höhere Preise.

 

Zu meiner zu Beginn erwähnten Frage bzgl. dem Ersatz von zwei Monitoren gibt es weder ein klares Ja, noch ein Nein. Die Bildschirmfläche ist gleich dem von zwei 16:9 (oder gar 4:3) Monitoren, leidet aber dann bei der Unterteilungsmöglichkeit. Anschluss mit nur einem Kabel ist ein Pluspunkt bei einen 21:9 Monitor gegenüber zwei 16:9 Monitoren. Als großen Vorteil kann man das aber nicht sehen.

Ebenso die Tatsache, dass die Grafikkarte theoretisch weniger RAM benötigt und je nach GPU-Typ eher in den Energiesparbetrieb wechseln kann. Da haben einige (ältere) Grafikkarten durchaus Probleme.  Das selbe gilt theoretisch für den Stromverbrauch der Monitor. Sprich zwei aktuelle 16:9 Monitore kommen in der Theorie auf etwas mehr als ein 21:9 Monitor. Im Detail wird man bei all diesen genannten Punkte aber schon innerhalb der jeweiligen Geräteklasse Unterschiede bemerken können. Damit kann man diese Bewertungsmerkmale schwer auf die eine 16:9 oder 21:9 Geräteklasse festlegen. Nur wenn man einen bzw. zwei konkreten 16:9 Monitore mit einem konkreten 21:9 Monitor vergleicht.

 

Es bleibt zu Hoffen, dass 21:9 in Zukunft eine breitere Unterstützung bekommt. Ob irgendwann 21:9 der neue Standard sein wird ist schwer abzuschätzen. Aktuell sieht es noch nicht danach aus.

 

Würde ich mir mit meinem aktuellen Wissen noch Mal einen 21:9 Monitor kaufen?

Hier ein eindeutiges Ja. Dies gilt als Empfehlung für alle, die aktuell nur einen Monitor verwenden und denen der Platz zu klein geworden ist. Alternativ für Personen, die mehrere Computer mit einem Monitor via KVM-Switch betreiben möchten…

…ebenso für PC-Spieler, die gerne Rennspiele oder Spiele mit Egoansicht bevorzugen. Spiele sollten aber klar 21:9 unterstützten. Eine gute Datenbank hierfür bei WSGF (Wide Screen Games Forum) zu finden. Generell erinnert mich dies an die damalige Umstellung von 4:3 auf 16:10 bzw. 16:9.

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